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„Verklicken“ bei der Buchung einer Reise im Internet

 

Es sollte eine Familienreise nach San Jose in Kalifornien, USA werden. Schnell im Internet ein günstiges Flugangebot gesucht und Tickets gesichert. Die Angabe auf der Buchungsbestätigung und Rechnung war „San Jose (SJO)“. So konnte sich die vierköpfige Familie auf ihren Urlaub freuen, als sie am Abflugtag zum Flughafen fuhren. Dort kam es aber zu einer unschönen Überraschung.

San Jose in Kalifornien oder in Costa Rica?

Statt nach Kalifornien, sollte das Flugzeug in Richtung San Jose, Costa Rica starten. Ohne es zu merken war dem Reisenden bei der Buchung auf dem Internetportal ein Irrtum unterlaufen. Statt auf einen Flug nach San Jose in den USA hatte er versehentlich auf einen Flug nach San Jose in Costa Rica geklickt. Um dennoch den geplanten Urlaub durchführen zu können wurde nun auf dem Flughafen noch am selben Tag vier Tickets an das Reiseziel der Wahl für einen Gesamtpreis von 9.037,40 EUR gekauft.

Verletzung von Hinweispflichten?

Nach der Rückkehr in Deutschland wollte der Reisende den Differenzbetrag zwischen den Reisepreisen für die ursprünglich gebuchten Flüge zu den nachgebuchten Flügen in die USA geltend. Er berief sich darauf, dass nach der Angabe auf der Internetseite in der weiteren Kaufabwicklung, insbesondere in der Buchungsbestätigung und der Rechnung, kein Hinweis darauf zu finden ist, dass es sich um einen Flug nach San Jose in Costa Rica handelt. Der Internetportalbetreiber habe gegen seine Hinweispflicht verletzt und sei daher zum Ersatz des Schadens verpflichtet. Dies sah das Untenehmen allerdings anders und verweigerte die Zahlung. Daher musste sich das Landgericht München I (Urteil vom 17.06.2008 – Az. 34 O 1300/08) mit der Sache beschäftigen.

Entscheidung des Gerichts

Das Gericht entschied sich gegen die Auffassung des Klägers. Ein Verbraucher sei nach der Wahl des Reiseziels nicht noch einmal gesondert auf die Unterschiede zwischen San Jose in Kalifornien und San Jose in Costa Rica hinzuweisen.

„Der Kläger lässt sich durch die Nutzung des Internetportals vielmehr bewusst auf die Möglichkeiten und Vorteile und damit aber auch auf die Risiken einer Buchung im Internet ein. Zu den Risiken einer Buchung über Internet gehört, dass sich der Kunde bei der Auswahl verschiedener Möglichkeiten versehentlich „verklicken“ kann.“, so das Gericht.

Jedoch sieht der zuständige Einzelrichter im Falle einer Verwechslungsgefahr sehr wohl auch eine verstärkte Hinweispflicht des Internetportalbetreibers:

Die Beklagte ist wiederum verpflichtet, Vorsorge zu treffen, damit dem Kunden bewusst wird, dass er eine Auswahl zwischen mehreren Zielmöglichkeiten zu treffen hat und dem Kunden diese Auswahlmöglichkeiten zur Vermeidung von Verwechslungen deutlich vor Augen geführt werden. […]“, befand der Richter.

In dem hier zu entscheidenden Fall ist der Portalbetreiber diesen Anforderungen aber nach Ansicht des Gerichts ausreichend nachgekommen, so dass der Kläger mit seiner Klage keinen Erfolg haben konnte.

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